Direkt zum Inhalt
E-Rechnung: Empfangspflicht aktiv Fristen 2026–2028 ansehen →
xRechnungsHelferDigitale Rechnungs-Werkbank Software-Check

XR / JOURNAL News

E-Rechnungsgipfel 2026: Infrastruktur steht, Transformation beginnt

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Verband elektronische Rechnung (VeR) hat den E-Rechnungsgipfel vom 22. bis 24. Juni 2026 in Berlin erstmals offiziell als "Thought Leader" begleitet.
  • Die Kongresstage zeigten: Standards wie EN 16931 und Peppol sind etabliert, Provider liefern ausgereifte Lösungen, die Infrastruktur steht.
  • Im Mittelpunkt stehen nun automatisierte Prozesse, hohe Datenqualität und der Weg zur Real-Time Economy.
  • Handel, Mittelstand und Provider diskutierten praktische Erfolgswege und interoperable Netzwerke wie das Five-Corner-Modell.
  • Das VeR-Strategiepapier "Effiziente Umsetzung des Meldesystems" steht zum Download bereit.

Der E-Rechnungsgipfel 2026 in Berlin: ein Kongress im Zeichen der Praxis

Der Verband elektronische Rechnung (VeR) hat den E-Rechnungsgipfel vom 22. bis 24. Juni 2026 in Berlin erstmals offiziell als "Thought Leader" begleitet. Damit wurde eine Rolle sichtbar, die der Expertenverband der deutschen E-Invoicing-Branche nach eigenen Angaben seit vielen Jahren innehat: Der Verband gestaltet den führenden Fachkongress rund um die elektronische Rechnung seit über einem Jahrzehnt dank seiner Expertise maßgeblich mit und setzt Impulse für Wirtschaft, Politik und Verwaltung.

Referent spricht auf einer Fachkonferenz vor großem LED-Bildschirm, Publikum im Vordergrund hört zu

Die offizielle Thought-Leadership unterstreicht den Anspruch des VeR, die fachliche Entwicklung der E-Rechnung nicht nur zu begleiten, sondern aktiv voranzutreiben. Mit einer Eröffnungs-Keynote, mehreren Paneldiskussionen, Fachvorträgen, Moderationen und Round Tables sowie dem vorgeschalteten VeR-Dialogforum und einem praxisorientierten Workshop für Einsteiger setzte der Verband wesentliche Akzente auf der Agenda des Kongresses.

VeR-Vorstandsvorsitzender Ivo Moszynski brachte die neue Rolle auf den Punkt: "Die Rolle als offizieller Thought Leader verstehen wir nicht als Auszeichnung, sondern als aktiven Arbeitsauftrag." Seit vielen Jahren bringe der Verband diejenigen zusammen, die die Digitalisierung des Rechnungswesens gestalten. Dass diese Rolle nun auch offiziell sichtbar werde, bestärke den VeR darin, den fachlichen Dialog weiter aktiv voranzutreiben.

VeR-Dialogforum und Einsteiger-Workshop zum Auftakt

Bereits der Montag stand ganz im Zeichen des Wissens- und Erfahrungsaustauschs. Im VeR-Dialogforum diskutierten Mitgliedsunternehmen und Expertinnen und Experten aktuelle Entwicklungen rund um E-Rechnung, ViDA, Peppol und zukünftige Meldesysteme. Das Format hat sich nach Verbandsangaben als Plattform etabliert, um aktuelle Herausforderungen offen zu diskutieren und gemeinsame Positionen zu entwickeln.

Am Nachmittag folgte der Workshop "E-Invoicing Basics – Ihr 10-Punkte-Plan zur erfolgreichen Einführung der E-Rechnung", den der VeR inhaltlich gestaltete. Das praxisorientierte Format richtete sich insbesondere an Unternehmen, die sich mit der Einführung oder Weiterentwicklung ihrer E-Rechnungsprozesse beschäftigen.

Eröffnung, Strategiepanel und die Schwerpunkte des Programms

Auch an den beiden eigentlichen Konferenztagen war der VeR auf der Hauptbühne und in den Fachforen präsent. Den Auftakt bildete die Eröffnungs-Keynote von Ivo Moszynski, der den Stand der E-Rechnung in Deutschland einordnete und den Blick auf die nächsten Entwicklungsschritte richtete. Im anschließenden Strategiepanel diskutierte Richard Luthardt die erfolgreiche Umsetzung der E-Rechnung bis 2027. Thomas Philipp Reiter moderierte unter anderem das Panel "E-Rechnung im Mittelstand – Pflicht oder Chance?", während Michael Walther die Bedeutung von Peppol für die deutsche E-Rechnungsverpflichtung erläuterte.

Ein besonderes Highlight war am zweiten Kongresstag das Panel "Mehr Automatisierung, bessere Datenqualität: Erfolgswege für die E-Rechnung im Handel", moderiert von Nina Harms. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern führender Handelsunternehmen wurde deutlich, welche zentrale Rolle standardisierte Prozesse und interoperable Netzwerke gerade in transaktionsstarken Branchen spielen.

Mit der Session "Meldesystem 2030 – Pflicht oder Produktivitätsschub?", die Richard Luthardt gemeinsam mit Dr. Donovan Pfaff gestaltete, griff der VeR eines der strategisch wichtigsten Zukunftsthemen der Branche auf.

Die Infrastruktur steht – jetzt beginnt die digitale Transformation

So unterschiedlich die Themen des Kongresses waren, so eindeutig fiel das gemeinsame Fazit aus: Die Grundlagen sind geschaffen, die eigentliche digitale Transformation hat begonnen. Die Einführung der E-Rechnung hat in Deutschland nach Einschätzung des VeR eine leistungsfähige Infrastruktur hervorgebracht. Standards wie EN 16931 und Peppol sind etabliert, Netzwerke funktionieren und professionelle Provider bieten ausgereifte Lösungen für Unternehmen jeder Größe.

Damit verschiebt sich der Fokus der Diskussion. Ging es in den vergangenen Jahren vor allem um gesetzliche Anforderungen und technische Standards, steht die praktische Nutzung dieser Infrastruktur im Mittelpunkt. VeR-Vorstandsmitglied Thomas Philipp Reiter formulierte es so: "Wir sprechen heute nicht mehr über die notwendige Einführung der E-Rechnung, sondern über ihren unbestreitbaren und unmittelbaren wirtschaftlichen Nutzen." Unternehmen und Selbständige, die auf etablierte Provider und offene Standards setzen, schaffen demnach die Grundlage für automatisierte Prozesse, hohe Datenqualität und die nächsten regulatorischen Entwicklungsschritte.

Provider als Enabler der digitalen Transformation

Ein zentrales Thema vieler Vorträge war die Rolle professioneller E-Invoicing-Provider. Die E-Rechnung endet nach Überzeugung des VeR nicht beim Versand einer strukturierten XML-Datei. Sie bildet vielmehr die Basis für vollständig digitale Purchase-to-Pay- und Order-to-Cash-Prozesse und schafft zugleich die Voraussetzungen für zukünftige Meldesysteme.

So wurde auf dem E-Rechnungsgipfel einmal mehr deutlich, dass Unternehmen den einfachsten, sichersten und wirtschaftlichsten Weg wählen, wenn sie auf spezialisierte Provider setzen. Im Zusammenspiel mit interoperablen Netzwerken und dem Five-Corner-Modell entstehen durchgängige Prozesse mit hohem Automatisierungsgrad und einer dauerhaft hohen Datenqualität.

Handel zeigt den Weg

Besondere Aufmerksamkeit erhielt das Panel "Mehr Automatisierung, bessere Datenqualität: Erfolgswege für die E-Rechnung im Handel". Die Diskussion machte deutlich, dass Handelsunternehmen aufgrund ihrer hohen Transaktionsvolumina erheblich von standardisierten Prozessen und automatisierten Abläufen profitieren.

Für den VeR bestätigt dies zugleich die Bedeutung des Arbeitskreises "E-Rechnung im Handel", der Unternehmen, Lösungsanbieter und Handelspartner zusammenbringt, um branchenspezifische Anforderungen zu diskutieren und praxisnahe Lösungsansätze zu entwickeln. Richard Luthardt, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des VeR, sagte: "Der Handel gehört zu den Branchen, in denen sich der Mehrwert digitaler Prozesse besonders schnell und besonders deutlich zeigt." Genau deshalb bringe der Verband die relevanten Akteure zusammen, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln, die weit über die reine Erfüllung gesetzlicher Vorgaben hinausgehen.

E-Rechnung als Ausgangspunkt, nicht als Ziel

Ein weiteres zentrales Ergebnis des E-Rechnungsgipfels war die Erkenntnis, dass die elektronische Rechnung längst nicht mehr isoliert betrachtet werden kann. Sie bildet die Grundlage für automatisierte Finanzprozesse, hochwertige Daten und zukünftige digitale Meldesysteme – und damit für die Real-Time Economy.

Andreas Killinger, VeR-Vorstandsmitglied, brachte den Perspektivwechsel auf den Punkt: "Die Einführung der E-Rechnung ist kein abgeschlossenes Projekt. Sie ist der Ausgangspunkt für die weitere Digitalisierung kaufmännischer Prozesse." Standards, Interoperabilität und die enge Zusammenarbeit aller Marktteilnehmer werden aus Sicht des VeR darüber entscheiden, wie erfolgreich der Wandel gestaltet wird.

Formatüberblick: die Programmpunkte des VeR auf dem Kongress

Die folgende Übersicht ordnet die zentralen Beiträge des VeR nach Veranstaltungstag und Format ein. Sie beruht ausschließlich auf Angaben des Verbands zum Kongressprogramm.

Format Thema Beteiligte Person
VeR-Dialogforum (Montag) E-Rechnung, ViDA, Peppol, Meldesysteme Mitgliedsunternehmen und Experten
Workshop E-Invoicing Basics – 10-Punkte-Plan VeR
Eröffnungs-Keynote Stand der E-Rechnung in Deutschland Ivo Moszynski
Strategiepanel Erfolgreiche Umsetzung bis 2027 Richard Luthardt
Panel Mittelstand E-Rechnung im Mittelstand – Pflicht oder Chance? Thomas Philipp Reiter (Moderation)
Fachvortrag Bedeutung von Peppol für Deutschland Michael Walther
Panel Handel Mehr Automatisierung, bessere Datenqualität Nina Harms (Moderation)
Session Meldesystem 2030 – Pflicht oder Produktivitätsschub? Richard Luthardt, Dr. Donovan Pfaff

Was die Kongressthemen für die Praxis bedeuten

Aus den diskutierten Inhalten lassen sich mehrere wiederkehrende Schwerpunkte ableiten, die für Selbstständige und Unternehmen unmittelbar relevant sind:

  • Standards sind verfügbar. EN 16931 und Peppol sind etabliert; XRechnung und ZUGFeRD/Factur-X sind konforme Formate, auf denen Provider-Lösungen aufsetzen.
  • Provider übernehmen die Komplexität. Spezialisierte Anbieter bündeln Versand, Empfang, Validierung und Archivierung und sind nach Darstellung des VeR oft der wirtschaftlichste Weg.
  • Netzwerke schaffen Durchgängigkeit. Im Zusammenspiel mit interoperablen Netzwerken und dem Five-Corner-Modell entstehen durchgängige Prozesse mit hoher Datenqualität.
  • Der Blick richtet sich auf die nächsten Schritte. Themen wie ViDA, das Meldesystem 2030 und die Real-Time Economy standen im Mittelpunkt der strategischen Diskussionen.

Welche dieser Punkte für ein eigenes Unternehmen relevant werden, hängt vom Rechnungsvolumen, der bestehenden IT-Landschaft und den Anforderungen der Geschäftspartner ab. Die Programmbeiträge des VeR zeigen, dass die Branche diese Fragen als gemeinsame Aufgabe begreift.

Nicht diskutieren. Machen!

Der E-Rechnungsgipfel 2026 hat nach Einschätzung des VeR deutlich gemacht, dass die Diskussion um die elektronische Rechnung eine neue Phase erreicht hat. Die technischen Grundlagen sind gelegt, die Infrastruktur steht und die Marktteilnehmer verfügen über das notwendige Know-how. Kongressbotschaft: Die E-Rechnung ist längst mehr als eine gesetzliche Pflicht. Sie ist die digitale Infrastruktur, auf der die nächsten Entwicklungsschritte der Wirtschaft aufbauen.

Mit seiner erstmaligen Rolle als offizieller Thought Leader hat der VeR diesen Wandel nicht nur begleitet, sondern die zentralen Debatten des Kongresses maßgeblich geprägt.

VeR-Strategiepapier zum Meldesystem

Das Strategiepapier "Effiziente Umsetzung des Meldesystems" wurde vom Arbeitskreis Meldesystem des VeR erarbeitet und steht zum Download bereit. Es kann unter Angabe der Urheberinformationen für die weitere fachliche Berichterstattung genutzt und direkt zum Download weiterverwendet werden. Weitere Informationen und Pressematerial stellt der Verband auf seiner Website zur Verfügung.

Fazit

Der E-Rechnungsgipfel 2026 in Berlin markiert für den VeR den Übergang von der Aufbau- zur Nutzungsphase der E-Rechnung in Deutschland. Die technischen Voraussetzungen gelten als geschaffen, die nächsten Schritte betreffen Automatisierung, Datenqualität und die Anbindung an künftige Meldesysteme. Für Unternehmen bedeutet das: Wer heute Provider, offene Standards und interoperable Netzwerke nutzt, schafft die Grundlage, um regulatorische Entwicklungsschritte mitzugehen und eigene Prozesse konsequent zu digitalisieren.

Häufige Fragen

Wann fand der E-Rechnungsgipfel 2026 statt?

Der E-Rechnungsgipfel 2026 fand vom 22. bis 24. Juni 2026 in Berlin statt. Der VeR begleitete den Kongress erstmals offiziell als "Thought Leader".

Welche Rolle hatte der VeR auf dem Kongress?

Der Verband elektronische Rechnung (VeR) trat 2026 erstmals offiziell als "Thought Leader" auf und gestaltete das Programm unter anderem mit Eröffnungs-Keynote, Paneldiskussionen, Fachvorträgen, Moderationen, Round Tables, dem VeR-Dialogforum und einem Einsteiger-Workshop mit.

Welche Schwerpunktthemen wurden diskutiert?

Im Mittelpunkt standen EN 16931, Peppol, ViDA, die Rolle von Providern, das Five-Corner-Modell sowie das Thema "Meldesystem 2030". Ein eigenes Panel widmete sich der E-Rechnung im Handel.

Was ist das Strategiepapier zum Meldesystem?

Das Strategiepapier "Effiziente Umsetzung des Meldesystems" wurde vom Arbeitskreis Meldesystem des VeR erarbeitet und steht zum Download bereit. Es richtet sich an Akteure, die sich mit der fachlichen und organisatorischen Umsetzung künftiger Meldesysteme befassen.

Grundlage: www.verband-e-rechnung.org (abgerufen am 15.09.2026). Dieser Beitrag entstand auf Basis dieser Quelle. Keine Steuer- oder Rechtsberatung.
Herausgeber
xRechnungsHelfer.de Redaktion
Herausgeberin ist die Redaktion von xRechnungsHelfer.de. Der Beitrag ist keine Steuer- oder Rechtsberatung. Grundlage: www.verband-e-rechnung.org.